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Aug08

Unterricht ohne Kreide und Schwamm

Alter: 9 Jahre

Ausschussvorsitzender plädiert für elektronische Tafeln in Papenteicher Schulen – Mehrwöchige Testphase

Archivfoto: Rudolf Flentje, Foto: Sven Wiebeck

MEINE. Spezialstift und Beamer anstelle weißer Kreide und grüner Tafel: Geht es nach Jochen Thomsen, benutzen die Papenteicher Schüler im Unterricht bald die modernen statt der klassischen Arbeitsutensilien. Nach den Ferien sollen an den Schulen der Samtgemeinde 15 Wochen elektronische Tafeln getestet werden.

Im Zuge der Planung des Schulneubaus in Groß Schwülper ist der Vorsitzende des Papenteicher Schulausschusses auf die interaktiven Tafeln aufmerksam geworden. Einen ersten Eindruck verschaffte er sich an der Realschule Maschstraße in Braunschweig, dort wird im Unterricht bereits mit diesen gearbeitet. Nach und nach sollen sie, so wünscht es sich Jochen Thomsen, in allen Grund- und weiterführenden Schulen der Samtgemeinde die herkömmliche Kreidetafel ersetzen. Zunächst jedoch nach Möglichkeit in der neuen Haupt- und Realschule.

Bei der interaktiven Variante handelt es sich um eine weiße Tafel, auf die ein Beamer den Bildschirm eines angeschlossenen Computers projiziert. Diese Fläche kann nun auf digitale Weise beschrieben oder bemalt werden. Handschriftliche Notizen können in digitalen Text umgewandelt, Bilder, Filme und geometrische Formen eingefügt werden, auch Zahlen und mathe-matische Formeln werden erkannt. Zudem kann das Internet genutzt werden.

"So ein interaktives Board ist extrem vielseitig, schnell und einfach zu bedienen und schnell", betont der Ausschussvorsitzende. Die optimale Lösung wäre, wenn dies durch ein kleines konventionelles Whiteboard ergänzt würde, auf dem handschriftliche Notizen über einen längeren Zeitraum vermerkt werden könnten.

Auch Papenteichs Schulamtsleiter Frank Jung zeigt sich angetan von den Computertafeln. Unter anderem gemeinsam mit Thomsen und Vertretern der beiden weiterführenden Schulen konnte er sich kürzlich bei der Vorführung eines Herstellers in der Verwaltung genauer mit diesen befassen. Dabei wurde zum Beispiel ein virtueller Frosch seziert.

Jung betont: "Die Schüler können sich auch besser auf den Unterricht konzentrieren, da sie nicht mehr zwingend die ganze Zeit alles mitschreiben müssen." Stattdessen können das Geschriebene und die Hausaufgaben ausgedruckt, auf ein Speichermedium kopiert oder den Schülern per E-Mail nach Hause geschickt werden. "Für Schulen ist die elektronische Tafel das Medium der Zukunft", sagt Thomsen.

Nach den Ferien soll dies in allen Schulen über mehrere Wochen – kostenlos – getestet, am 7. Oktober im Samtgemeinderat für oder wider das interaktive Arbeitsgerät entschieden werden. "Der Architekt muss schließlich wissen, womit er planen soll", sagt Thomsen.

Zwei Aspekte stehen dabei im Vordergrund: Die Kosten und die Meinung der Lehrer. "Sie müssen letztlich entscheiden, ob sie mit den Boards vor allem pädagogisch und auch technisch sinnvoll arbeiten können", erklärt Jung.

"Natürlich würden Mehrkosten entstehen", ergänzt Thomsen. Der Listenpreis eines Systems, für den Anfang plane man gegebenenfalls mit 30, betrage rund 5000 Euro. "Ich würde mich freuen, wenn wir den Einstieg schaffen", sagt Thomsen.


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