Aug12
Stadt Braunschweig rüstet Schulen auf einen Schlag mit 157 elektronischen Tafeln aus
(PM) Die Erfindung der Wandtafel und der farbigen Kreide wird dem Schotten James Pillans (1778–1864) zugeschrieben, der damit Geographie in Edinburgh unterrichtete und die seither vielen Lehrer- und Schülergenerationen als praktisches Arbeitsmittel diente. Nach Stein-, Ton- und Wachstafeln neigt sich nun aber auch der Gebrauch der Schiefertafeln dem Ende entgegen: Mit Hilfe des Konjunkturpakets II mit dem Förderschwerpunkt Schulinfrastruktur, Medienausstattung stattet die Stadt bis voraussichtlich Ende September 63 Schulen mit interaktiven elektronischen Tafeln aus.
„Die Stadt unternimmt große Anstrengungen, ihre Schulen mit Multimedia-Technik auszustatten, damit Schülerinnen und Schülern zeitgemäße Unterrichtsmittel zur Verfügung stehen“, hob Schuldezernent Wolfgang Laczny bei einem Pressegespräch in der Grundschule Rühme hervor. „Die Ausstattung mit moderner Präsentationstechnik gibt den Schulen die Möglichkeit, Medienkompetenz zu vermitteln, die als weitere Kulturtechnik neben Lesen, Schreiben, Rechnen und der Beherrschung von Fremdsprachen eine immer größere Bedeutung erhält.“ Für die Braunschweiger Schülerinnen und Schüler sei damit ein Meilenstein auf dem Weg zur Optimierung der schulischen Ausbildungsmöglichkeiten erreicht.
Das Konjunkturpaket II habe es der Stadt ermöglicht, ihren ehrgeizigen Medienentwicklungsplan mit einem Volumen von rund zehn Millionen Euro zu ergänzen und Schulen nicht nur mit PC und Notebooks, Beamer, Digitalkameras und digitalen Unterrichtsmedien, sondern jetzt auch auf einen Schlag mit 151 elektronischen Tafeln auszustatten. Laczny: „Dies ist eine zusätzliche Investition von über 970.000 Euro, von denen 875.000 Euro von Bund und Land stammen. Die Stadt beteiligt sich mit knapp 100.000 Euro Eigenmitteln und verwendete sie, um das Elektro- und Datennetz für das neue Unterrichtsmedium aufzurüsten.“
Die Grundschule Rühme hat als eine der ersten Grundschulen in Braunschweig ihre interaktive Tafel aus dem Konjunkturpaket II erhalten. Besonderes Glück hat die Grundschule Bebelhof, die im Rahmen des Projektes „interaktive Schule“ als erste Grundschule komplett mit interaktiven Tafeln ausgestattet wird: Drei werden aus dem Konjunkturpaket II bezahlt, drei von der Bürgerstiftung Braunschweig und weitere drei von der Firma Smart Technologies GmbH. Schuldezernent Laczny dankte den Sponsoren. Ihr Engagement mache es möglich, dass sechs weitere elektronische Tafeln installiert werden könnten, so dass sich die Gesamtzahl auf 157 erhöht. Die Bürgerstiftung war es auch, die 2007 mit einer Spende dafür sorgte, dass die Realschule Maschstraße im Rahmen eines Modell-Projekts mit interaktiven Tafeln ausgestattet wurde und bereits seit geraumer Zeit ohne Kreide und Schiefertafel auskommt.
Laut Förderrichtlinie wurden nur allgemein bildende Schulen gefördert, die bereits nach einem Medienkonzept arbeiten. Die Investitionen mussten zu mindestens 35 Prozent in Grundschulen vorgenommen werden. In Braunschweig werden daher 58 der 151 Tafeln - rund 38 Prozent - in 33 Grundschulen installiert. Eine Ausstattung von berufsbildenden Schulen war aus diesem Programm nicht möglich.
Interaktive Tafeln oder „Whiteboards“ sind elektronische Tafeln (Fläche: ca. 190 mal 120 Zentimeter) mit Projektor (Beamer), die an einen Steuerungsrechner (Notebook oder PC) mit Online-Zugang zum Internet angeschlossen werden. Die Steuerung des Rechners kann direkt über die Tafel erfolgen und das Unterrichtsmaterial dann für die ganze Klasse sichtbar bereitgestellt werden. Kreide ist passée: Geschrieben wird mit einem batterie- und kabellosen Stift - oder mit dem Finger.
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